Wallet-Visitenkarte, die sich automatisch aktualisiert
Warum ein Pass irgendwann eine alte Nummer zeigt – und was er mitbringen muss, damit er das nicht tut.
Deine Wallet-Visitenkarte liegt in Apple Wallet, deine Nummer hat sich geändert – und der Pass zeigt weiter die alte. Das ist kein Fehler: Ein Pass ist eine Datei, und Dateien ändern sich nicht von selbst. Es gibt aber einen Weg, den Apple dafür vorgesehen hat, und diese Seite erklärt, woran du erkennst, ob dein Pass ihn nutzt.
Ein Pass ist eine Datei – und Dateien bleiben stehen
Was in Apple Wallet liegt, ist eine .pkpass: ein signiertes Archiv mit Text, Bildern und einem QR-Code darin. Beim Hinzufügen wandert genau dieser Stand auf dein Telefon. Wechselst du danach die Nummer, änderst du die Karte beim Anbieter – nicht die Datei auf dem Gerät. Der Pass zeigt weiter, was am Tag des Ladens drinstand. Deshalb ist «aktualisiert sich automatisch» keine Selbstverständlichkeit, sondern ein zusätzlicher Dienst hinter dem Pass.
- Der Pass ist signiert. Am Telefon lässt sich nachträglich nichts daran ändern.
- Auch der QR-Code steckt in der Datei. Zeigt er auf eine Adresse, die es nicht mehr gibt, führt er ins Leere.
- Ein Pass, der einmal erzeugt und heruntergeladen wurde, hat keine Verbindung zum Anbieter – ausser man baut sie ein.
Was ein Pass mitbringen muss, damit er sich aktualisiert
Apple hat dafür einen Web-Dienst vorgesehen. Er hängt an zwei Feldern im Pass: einer Adresse (webServiceURL) und einem Zugangswort, das nur für diesen Pass gilt. Sind sie da, meldet sich das Telefon beim Anbieter an. Ändert sich etwas, schickt der Anbieter über Apples Push-Dienst ein leeres Signal – nur «zu dieser Seriennummer gibt es etwas Neues». Das Telefon holt die neue Fassung danach selbst. Inhalte werden nie geschoben.
- Anmelden: Das Gerät trägt sich mit einer Kennung für diese Seriennummer ein.
- Stups: ein leeres Signal, kein Inhalt, keine Nachricht auf dem Sperrbildschirm.
- Abholen: Das Telefon fragt den Pass neu an. Hat sich nichts geändert, antwortet der Dienst mit 304 und es wird nichts übertragen.
- Abmelden: Löschst du den Pass, meldet sich das Gerät wieder ab.
- Fehlen die beiden Felder, gibt es nichts davon. Dann hilft nur: alten Pass löschen, neuen laden.
Was bei carddy den Stups auslöst
Bei carddy gibt es genau zwei Auslöser, und beide sind Dinge, die du sowieso tust. Erstens: Du speicherst deine Karte im Editor. Zweitens: Du änderst deinen carddy-Namen, also den Teil hinter carddy.ch. Danach bekommt jedes Gerät, das den Pass geladen hat, den Stups und holt die aktuelle Fassung. Der Stups geht direkt beim Speichern raus – schlägt er fehl, ist deine Änderung trotzdem gespeichert.
- Neue Handynummer, neue Funktion, neue Firma, neues Foto: alles kommt über denselben Weg mit.
- Auch die Rückseite des Passes wird neu geholt – zweite Nummer, Website, Adresse, alle Links.
- Bei einer Umbenennung ist der Stups nötig, weil sonst der QR-Code im Pass auf die alte Adresse zeigt.
- Der Pass ist öffentlich abrufbar: Wer deine Kartenseite offen hat, kann ihn ebenfalls in seine Wallet legen. Auch dieses Gerät bekommt die neue Fassung.
- Zusätzlich gibt es carddy.ch/k/deine-kartenkennung – eine feste Adresse, die einer Umbenennung von selbst folgt.
Was geprüft ist und was nicht
Der Wallet-Dienst hat bei uns einen eigenen Prüflauf mit 29 Prüfungen: Anmeldung und Abmeldung eines Geräts, die Liste geänderter Pässe, der Pass selbst samt 304-Antwort, das Fehlerprotokoll und die Zugangsprüfung. Der Push-Weg wurde gegen Apples Server durchgespielt: Der Handschlag mit unserem Pass-Zertifikat wird angenommen, ein erfundenes Geräte-Token beantwortet Apple erwartungsgemäss mit BadDeviceToken. Was aussteht, sagen wir auch: Der ganze Ablauf auf einem echten iPhone – dass sich das Gerät von selbst anmeldet und den Stups verarbeitet – ist noch nicht auf einem Telefon nachgewiesen. Wir schreiben das lieber hin, als «getestet auf jedem iPhone» zu behaupten.
- Geprüft gegen Apples Server: Zertifikat, Verbindung, Antwortverhalten.
- Nicht geprüft: der vollständige Durchlauf auf einem physischen iPhone.
- Bei den vier Schweizer Anbietern, die wir am 28.07.2026 angeschaut haben (sVisit, WoodenCode, Eigenmann Media, identDIGITAL), haben wir keine Fernaktualisierung gefunden – sVisit nennt Apple Wallet gar nicht. Der internationale Anbieter Blinq bot am selben Stichtag den Wallet-Pass schon im Gratis-Plan an; ob er sich aus der Ferne aktualisiert, haben wir nicht nachgemessen.
Was der Pass nicht kann
Ein Wallet-Pass ist kein zweites Telefon-Feature, sondern eine Karte zum Zeigen. Was oft anders erwartet wird und darum hier steht.
- Kein NFC. Den NFC-Eintrag gibt Apple nur eigenen Partnern frei, und er funktioniert an Kassen-Terminals, nicht zwischen zwei Telefonen. Der Pass wird gezeigt und gescannt.
- Nur Apple. Ein Pass für Google Wallet existiert bei uns nicht.
- Gestaltbar sind drei Bilder und drei Farben. Alles unterhalb des Streifenbilds zeichnet Apple – keine eigenen Kacheln, keine eigene Schrift, keine verschobenen Felder.
- Zurzeit zeigen wir einen eigenen Knopf statt Apples offiziellem Abzeichen «Zu Apple Wallet hinzufügen».
- carddy verkauft nichts Gegenständliches: keine Karte, keine NFC-Hardware, kein Versand. Alles ist digital.
Wenn dein Pass gerade eine alte Nummer zeigt
Du kannst es selbst herausfinden. Ändere beim Anbieter deiner Karte etwas Sichtbares – die Funktion reicht – und speichere. Wann das Telefon die neue Fassung holt, entscheidet iOS; gib ihm Zeit und öffne die Wallet später noch einmal. Kommt die Änderung auch nach längerer Zeit nicht an, hat der Pass wahrscheinlich keinen Web-Dienst hinterlegt. Dann bleibt nur der Weg von Hand: alten Pass löschen, Kartenseite öffnen, neuen Pass hinzufügen. Das musst du bei jedem Gerät machen, auf dem der Pass liegt – und bei jedem Menschen, der ihn von dir hat, geht es gar nicht.
- Der Pass aktualisiert sich nur, solange der Anbieter den Dienst betreibt. Läuft der Dienst nicht mehr, bleibt der Pass stehen, wie er ist.
- Ein Pass ohne Fernaktualisierung ist nicht kaputt – er ist einfach ein Ausdruck in digitaler Form.
- Bei carddy bleibt nach einer Kündigung alles online und im Gratis-Umfang bestehen. Gedruckte QR-Codes und bereits geladene Pässe funktionieren weiter.
So kommt der Pass bei carddy aufs Telefon
Drei Schritte, alle im Gratis-Umfang. Es braucht kein Konto beim Gegenüber und keine App – weder bei dir noch bei den Leuten, denen du deine Karte zeigst.
- 1. Konto erstellen und Karte ausfüllen: Anmeldung per Magic-Link an deine E-Mail-Adresse, danach Foto, Name, Funktion, Firma, Kontaktzeilen und Links im Editor eintragen. Gratis.
- 2. Karte speichern und veröffentlichen: Erst mit dem Schalter «veröffentlicht» ist carddy.ch/dein-name erreichbar – und damit auch der Pass.
- 3. Kartenseite auf dem iPhone öffnen und den Pass zur Wallet hinzufügen. Ab dann kommt jede Änderung, die du speicherst, von selbst an.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, ob sich mein Wallet-Pass automatisch aktualisiert?▾
Am Verhalten, nicht am Aussehen. Ändere beim Anbieter etwas Sichtbares, speichere und schau später in die Wallet – wann das Telefon die neue Fassung holt, entscheidet iOS. Kommt die Änderung an, hat der Pass eine webServiceURL und ein Zugangswort hinterlegt. Kommt sie auch nach längerer Zeit nicht an, ist der Pass wahrscheinlich eine einmal erzeugte Datei – dann hilft nur löschen und neu laden.
Wie lange dauert es bei carddy, bis die neue Nummer im Pass steht?▾
Der Stups geht direkt nach dem Speichern raus. Danach entscheidet das Telefon, wann es die neue Fassung holt – das liegt bei Apple, nicht bei uns. Eine Zeit können wir darum nicht zusagen; geprüft ist der Weg gegen Apples Server, auf einem echten iPhone haben wir ihn bisher nicht nachgemessen.
Muss ich den Pass neu verschicken, wenn ich meinen carddy-Namen ändere?▾
Nein. Eine Umbenennung löst denselben Stups aus, und der QR-Code im Pass wird mit der neuen Adresse neu erzeugt. Zusätzlich gibt es die feste Adresse carddy.ch/k/deine-kartenkennung, die einer Umbenennung ohnehin folgt – die kannst du auf etwas schreiben, das sich später nicht mehr ändern lässt.
Kann ich meinen Pass mit dem iPhone an ein anderes Telefon halten?▾
Nein. Der Pass enthält bewusst keinen NFC-Eintrag: Apple gibt den nur eigenen Partnern frei, und er funktioniert an Kassen-Terminals, nicht zwischen zwei Telefonen. Geteilt wird der Pass, indem man ihn zeigt und den QR-Code scannen lässt – oder indem du deinen Link schickst.
Gibt es das auch für Android beziehungsweise Google Wallet?▾
Nein. Bei carddy gibt es nur den Pass für Apple Wallet, einen Pass für Google Wallet haben wir nicht. Auf Android führt der Weg über den Link oder den QR-Code deiner Kartenseite – der funktioniert auf jedem Telefon ohne App.
Ist die automatische Aktualisierung im Gratis-Plan dabei?▾
Ja. Der Wallet-Pass und seine Fernaktualisierung gehören zum Gratis-Umfang. Pro (CHF 7.90 pro Monat oder CHF 79 pro Jahr) ändert daran nichts – dort kommen eigene Akzentfarbe, dunkles Theme, Firmenlogo, der 30-Tage-Verlauf in der Statistik, der CSV-Export der gesammelten Kontakte und der Wegfall des carddy-Hinweises dazu.
In zwei Minuten steht deine Karte.
Kostenlos anfangen, ohne Kreditkarte. Zwei Karten und Links ohne Limit sind im Free-Plan enthalten.
Kostenlos starten