Anleitung

NFC-Visitenkarte selber beschreiben: die Anleitung

Welche Adresse auf den Chip gehört, welchen Tag Sie brauchen, womit Sie schreiben und wann Sperren sinnvoll ist. Ohne Hardware-Verkauf, ohne Abo-Pflicht.

Vorweg, damit klar ist, woran Sie sind: carddy verkauft weder Chips noch Aufkleber und verdient an keinem NFC-Kauf mit. Was carddy liefert, ist die Seite, auf der Ihr Tag landet — und die Adresse, die Sie draufschreiben. Diese Anleitung zeigt, welche Adresse das ist, warum sie anders aussieht als Ihr Kartenlink, welchen Tag Sie brauchen, womit Sie schreiben und was beim Sperren passiert.

Auf den Chip gehört eine Adresse — sonst nichts

Ein NFC-Aufkleber speichert einen sogenannten NDEF-Datensatz. Praktisch brauchbar ist davon genau ein Typ: eine Web-Adresse. Wer eine URL auf den Tag schreibt, bekommt ein vorhersehbares Verhalten — Tag antippen, Hinweis erscheint, Seite öffnet sich. Es ist verlockend, stattdessen die ganze Visitenkarte als vCard direkt auf den Chip zu legen. Machen Sie das nicht. Eine vCard auf dem Tag ist eingefroren: Neue Nummer bedeutet neu beschreiben, bei zehn Aufklebern zehnmal. Dazu kommt, dass ein iPhone beim Antippen im Hintergrund verlässlich nur Web-Adressen öffnet — bei anderen Datensatztypen passiert je nach Gerät und System schlicht nichts. Eine Adresse ist kurz, funktioniert breit und zeigt immer den aktuellen Stand.

  • Datensatztyp: URI / URL — nicht Text, nicht vCard, nicht «App öffnen»
  • Schreiben Sie die Adresse vollständig mit https:// — sonst ergänzen manche Apps selbst ein Schema und treffen dabei nicht immer das richtige
  • Platz ist kein Thema: ein NTAG213 hat 144 Byte nutzbaren Speicher, eine carddy-Adresse braucht rund 45 Zeichen
  • Auf dem Chip liegen keine Kontaktdaten — nur der Verweis. Wer den Aufkleber findet, sieht dasselbe wie jeder, der Ihren Link bekommt

Welche Adresse: carddy.ch/k/<Kennung>, nicht carddy.ch/ihr-name

Jede carddy-Karte hat zwei Adressen. Die eine hängt am Namen (carddy.ch/sarah-berger), die andere an der Kartenkennung (carddy.ch/k/clx8f2...). Auf den Chip gehört die zweite. Der Grund: Der Name lässt sich im Dashboard jederzeit ändern — aus «sarah-berger» wird «sarah-berger-immobilien». Ein beschriebener und gesperrter Aufkleber lässt sich nicht ändern. Zeigte er auf den Namen, wäre er nach der Umbenennung tot. Die Kennung bleibt, und die Weiterleitung folgt dem neuen Namen automatisch. Dieselbe Überlegung gilt für alles andere, was sich später nicht mehr korrigieren lässt: eine Gravur, ein bedrucktes Schild, ein Aufkleber im Schaufenster.

  • Die feste Adresse steht im Dashboard unter «Teilen» im Feld «Feste Adresse» — markieren und kopieren
  • Sie steht dort ohne Schema (carddy.ch/k/...). Beim Beschreiben vorne https:// ergänzen
  • Aufruf über /k/ antwortet mit einer 307-Weiterleitung auf die aktuelle Kartenseite
  • Ist die Karte verborgen oder die Kennung unbekannt, landet man auf der carddy-Startseite statt in einem Fehler
  • Wer die Karte später umbenennt, muss keinen einzigen Aufkleber neu beschreiben

Warum «?q=nfc» am Ende steht

carddy zählt Aufrufe ohne Cookie, ohne IP-Adresse und ohne Fingerabdruck — das Datenmodell hat gar keine Spalte dafür. Damit trotzdem erkennbar ist, wie jemand auf die Karte gekommen ist, trägt der Aufruf einen einzelnen harmlosen Parameter: «?q=nfc» für einen angetippten Chip, «?q=qr» für einen gescannten Code, gar nichts für einen normalen Link. In der Statistik erscheinen die drei Wege dann getrennt. Die Aufteilung wird überhaupt erst angezeigt, wenn mehr als eine Quelle vorkommt.

  • Nutzen Sie carddy.ch/k/<Kennung>, müssen Sie nichts anhängen — die Weiterleitung setzt «?q=nfc» selbst
  • Schreiben Sie stattdessen die Namensadresse auf den Chip, hängen Sie es selbst an: https://carddy.ch/ihr-name?q=nfc
  • Der Parameter identifiziert niemanden. Er sagt nur: dieser Aufruf kam über einen Chip
  • Was carddy nicht auswertet: Land, Gerät, Wiederkehrer, Verweildauer, Klicks auf einzelne Links

Welchen NFC-Tag Sie brauchen

Für eine Web-Adresse genügt der kleinste gängige Chip. Ein NTAG213 hat 144 Byte nutzbaren Speicher — eine carddy-Adresse braucht rund 45 Zeichen, also bleibt reichlich übrig. Grössere Typen (NTAG215 mit 504 Byte, NTAG216 mit 888 Byte) bringen für diesen Zweck nichts ausser Kosten. Wichtiger als der Speicher ist die Bauform und der Untergrund: Metall unter dem Aufkleber blockiert das Signal, dafür gibt es Tags mit Ferrit-Schicht. carddy verkauft nichts davon und verdient an keinem Kauf mit — die folgenden Punkte sind das, was für diesen Anwendungsfall zählt, nicht eine Empfehlung für einen Händler.

  • NTAG213 reicht für eine Adresse locker — mehr Speicher bringt hier keinen Vorteil
  • Bauformen: Aufkleber für die Telefonrückseite oder den Tresen, Karten fürs Portemonnaie, Anhänger für den Schlüsselbund
  • Auf Metall (Laptopdeckel, Türblatt, Regal) braucht es einen Tag mit Ferrit-Schicht, sonst passiert nichts
  • Achten Sie darauf, dass der Tag beschreibbar und nicht ab Werk gesperrt ist
  • carddy liefert weder Chips noch Aufkleber, Karten, Gravuren oder Versand — nur die Seite, auf der der Tag landet

So beschreiben Sie den Tag — Schritt für Schritt

Zum Beschreiben brauchen Sie eine App auf dem Telefon. carddy liefert keine — es gibt keine carddy-App, weder für iOS noch für Android. Verbreitet und für diesen Zweck ausreichend ist «NFC Tools», das es für beide Systeme gibt. Der Ablauf ist in wenigen Minuten erledigt.

  • 1. Feste Adresse im carddy-Dashboard unter «Teilen» im Feld «Feste Adresse» markieren und kopieren
  • 2. In der NFC-App «Schreiben» wählen, als Datensatz «URL» oder «Link»
  • 3. Adresse einfügen und vorne https:// ergänzen. Ein Tippfehler fällt später niemandem auf, weil der Chip stumm ist — also einmal genau hinschauen
  • 4. Telefon auf den Aufkleber legen, bis die App den Erfolg meldet. Die NFC-Antenne sitzt beim iPhone im oberen Bereich der Rückseite, bei Android-Geräten je nach Modell verschieden — notfalls langsam suchen
  • 5. Testen: App schliessen, Chip antippen. Auf iPhone XR/XS und neuer sowie auf Android-Geräten öffnet sich die Karte ohne geöffnete App; auf iPhone 7, 8 und X brauchen Sie den NFC-Reader aus dem Kontrollzentrum

Wenn nichts passiert: die häufigsten Ursachen

Ein Tag, der nicht reagiert, ist selten defekt. Meistens liegt es am Gerät, an der Hülle oder am Untergrund. Gehen Sie die Liste von oben nach unten durch, bevor Sie den Aufkleber wegwerfen — und bevor Sie ihn sperren, denn danach lässt sich nichts mehr korrigieren.

  • Bildschirm an und entsperrt: Bei gesperrtem Telefon reagiert NFC je nach Gerät gar nicht
  • Antennenposition: iPhone oben an der Rückseite, Android je nach Modell verschieden — das Telefon langsam über den Tag führen statt nur einmal auflegen
  • Hülle und Zubehör: dicke Hüllen, Kartenfächer und die Metallplatte einer Magnethalterung dämpfen oder blockieren das Signal
  • Untergrund: klebt der Tag auf Metall, braucht es einen Tag mit Ferrit-Schicht
  • Ältere iPhones: iPhone 7, 8 und X lesen Tags nur über den NFC-Reader im Kontrollzentrum, nicht im Hintergrund
  • Android: NFC muss in den Einstellungen überhaupt eingeschaltet sein
  • Meldet die App «schreibgeschützt», ist der Tag gesperrt — dann hilft nur ein neuer
  • Öffnet sich die falsche Seite, steht eine alte Adresse drauf: einfach neu beschreiben, solange der Tag offen ist

Sperren: einmal und für immer

Jede NFC-App bietet an, den Tag zu sperren. Sperren heisst «schreibgeschützt» — und zwar dauerhaft. Es wird ein Bit im Chip gesetzt, das sich nicht zurücksetzen lässt. Danach kann niemand den Inhalt ändern, auch Sie nicht. Ob das sinnvoll ist, hängt davon ab, wo der Aufkleber klebt. Am Empfangstresen, an der Werkstatttür oder auf einem Schild in der Öffentlichkeit: sperren, sonst schreibt irgendwann jemand eine fremde Adresse drauf. Auf der eigenen Telefonrückseite oder im Portemonnaie: offen lassen, dann bleibt der Chip wiederverwendbar. Wenn Sie die feste carddy-Adresse verwendet haben, kostet Sperren ohnehin wenig Flexibilität — die Adresse bleibt gültig, egal wie oft Sie Namen, Nummer oder Funktion ändern.

  • Vor dem Sperren zwingend testen: Chip antippen, Karte muss aufgehen
  • Gesperrt heisst gesperrt — kein Zurücksetzen, kein Formatieren, kein Werkzeug hilft
  • Manche Apps bieten ein Passwort statt einer Sperre. Das ist umkehrbar, aber der Schutz ist schwächer
  • Ein gesperrter Tag mit falscher Adresse ist Abfall. Tags kosten wenig, ein Ersatz ist billiger als Ärger

Was carddy hier leistet — und was nicht

Damit die Erwartung stimmt: carddy ist die Seite, auf der der Chip landet. Mehr nicht und nichts anderes. Alles rund um die Hardware machen Sie selbst, mit Material, das Sie anderswo kaufen. Dafür gibt es keine Abo-Pflicht: Die feste Adresse, die Kartenseite, der vCard-Download, der QR-Code und der Apple-Wallet-Pass sind im Gratis-Plan enthalten. Wie die drei Wege zur Karte — Link, QR-Code und Chip — zusammenspielen, steht auf der Startseite unter «Wege».

  • carddy liefert: eine Kartenseite unter carddy.ch, die feste Adresse /k/<Kennung>, den vCard-Download für das Gegenüber, QR-Code und Apple-Wallet-Pass
  • carddy liefert nicht: Chips, Aufkleber, Karten aus Holz oder Metall, Gravuren, Versand — carddy verkauft nichts Gegenständliches
  • Es gibt keine carddy-App zum Beschreiben von Tags und keine Empfehlung, die uns etwas einbringt
  • Die Karte lässt sich nicht per NFC von Telefon zu Telefon übertragen. Der Apple-Wallet-Pass enthält bewusst keinen NFC-Eintrag — das ist Apple-Partnern und speziellen Terminals vorbehalten. Der Pass wird gezeigt und gescannt
  • Ohne Chip geht es auch: QR-Code oder Link teilen führt auf dieselbe Karte

Häufige Fragen

Kann ich einen NFC-Tag mit dem iPhone beschreiben?

Ja, ab iPhone 7 mit einer App wie «NFC Tools». Die Kurzbefehle-App kann Tags nur als Auslöser lesen, nicht beschreiben. Beim Lesen gibt es einen Unterschied: iPhone XR/XS und neuer erkennen einen Tag im Hintergrund, ohne dass eine App offen ist. Bei iPhone 7, 8 und X braucht es den NFC-Reader aus dem Kontrollzentrum. Android-Geräte mit NFC lesen Tags in der Regel direkt, sobald der Bildschirm an und entsperrt ist.

Kann man einen NFC-Tag ohne App beschreiben?

Zum Lesen braucht es keine App, zum Beschreiben schon. Weder iOS noch Android bringen ab Werk eine Schreibfunktion mit — auf dem iPhone liest die Kurzbefehle-App Tags nur als Auslöser. Sie brauchen also eine NFC-App wie «NFC Tools», die es für beide Systeme gibt. carddy stellt keine solche App bereit.

Welchen NFC-Tag brauche ich für eine digitale Visitenkarte?

Ein NTAG213 mit 144 Byte genügt: Eine carddy-Adresse braucht rund 45 Zeichen. Grössere Chips bringen für diesen Zweck keinen Vorteil. Wichtiger ist der Untergrund — auf Metall funktioniert nur ein Tag mit Ferrit-Schicht. carddy verkauft keine Tags und verdient an keinem Kauf mit.

Wie oft kann man einen NFC-Tag neu beschreiben?

So lange er nicht gesperrt ist, praktisch beliebig oft — die gängigen NTAG-Chips sind vom Hersteller auf eine sehr hohe Zahl Schreibzyklen ausgelegt, die im Alltag niemand erreicht. Das Ende kommt nicht durch Verschleiss, sondern durch das Sperren: Wer den Schreibschutz setzt, kann den Inhalt nie mehr ändern.

Warum nicht einfach carddy.ch/mein-name auf den Chip schreiben?

Weil der Name änderbar ist und der Chip nicht. Nach einer Umbenennung wäre ein Aufkleber mit der Namensadresse tot; die feste Adresse carddy.ch/k/<Kennung> hängt an der Karte selbst und folgt jeder Umbenennung. Wenn Sie die Namensadresse trotzdem bevorzugen, hängen Sie «?q=nfc» an, damit die Aufrufe in der Statistik richtig einsortiert werden.

Was passiert, wenn ich den Tag sperre und die Karte später ändere?

Nichts Schlimmes — vorausgesetzt, auf dem Chip steht die feste Adresse. Sie können danach Nummer, Funktion, Foto, Links, Farbe und sogar den carddy-Namen ändern, der gesperrte Tag führt weiter zur aktuellen Fassung. Der Chipinhalt selbst lässt sich nach dem Sperren aber nicht mehr korrigieren, deshalb vorher testen.

Brauche ich für die feste NFC-Adresse ein Abo?

Nein. Die feste Adresse gehört zum Gratis-Plan, genauso wie die Kartenseite, der vCard-Download, der QR-Code und der Apple-Wallet-Pass. Free umfasst zwei Karten und Links ohne Zähler; unten auf der Karte steht ein Hinweis auf carddy. Pro (CHF 7.90 im Monat oder CHF 79 im Jahr, inkl. 8.1 % MWST) bringt fünf Karten, eigene Farbe, dunkles Theme, Firmenlogo, den 30-Tage-Verlauf in der Statistik, den CSV-Export der gesammelten Kontakte — und nimmt den Hinweis weg.

Sieht carddy, wie oft mein Aufkleber angetippt wurde?

Die Aufrufe über den Chip erscheinen in Ihrer Statistik als eigene Quelle, sobald mehr als ein Weg vorkommt. Gezählt werden Aufrufe, gespeicherte Kontakte und die Quote dazwischen. Was nicht gezählt wird: Personen, Wiederkehrer, Länder, Geräte, Klicks auf einzelne Links. Dafür fehlen die Daten — es werden weder Cookies noch IP-Adressen gespeichert, das Datenmodell hat dafür keine Spalte. Wenn Sie mehrere Aufkleber an verschiedenen Orten haben, können Sie diese also nicht auseinanderhalten.

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